Warum Massentierhaltung gestoppt werden muss

Für viele stellt Fleisch ein Hauptnahrungsmittel dar und wird heutzutage in jedem Supermarkt zu teils viel zu günstigen Preisen angeboten. Leider stammt dieses oft aus Massentierhaltung. Was darunter zu verstehen und eigentlich das Problem mit der Massentierhaltung ist, erfährst du hier!



In den letzten 50 Jahren hat sich die weltweite Fleischproduktion mehr als verdreifacht und wird laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ohne ein Umdenken auch weiterhin wachsen. Trotz leicht rückläufigem Trend, bei dem die eingekaufte Fleischmenge aller KonsumentInnen gesunken ist, verspeist die Österreichische Bevölkerung jährlich noch immer rund 63 kg Fleisch. Das ist mehr als doppelt so viel wie von der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung empfohlen wird. Um die Lust nach Fleisch zu stillen, stammt dieses leider oft aus Massentierhaltung. Welche Probleme sich in diesem Zusammenhang hinsichtlich Tierwohl, Futtermittelproduktion, Antibiotikaeinsatz und nicht zuletzt den Auswirkungen auf die Umwelt ergeben, haben wir für dich zusammengefasst.


Was versteht man unter Massentierhaltung

Wie das Wort schon sagt, stellen sich dabei wahrscheinlich viele von uns tausende von Tieren auf engstem Raum vor, Fleischproduktion für die Masse eben, die fast unweigerlich negative Assoziationen hervorruft. Aus dem Fleischatlas 2018 geht hervor, dass bei einer Untersuchung in Deutschland 90% der Befragten Massentierhaltung bei einer Zahl von 5.000 Tieren (Geflügel) ausgehen. Die tatsächliche durchschnittliche Bestandsdichte bei Geflügel umfasst hier zum Bespiel jedoch 14.900 Tiere, was unsere oft deutlich verzerrte Wahrnehmung erkennen lässt. Auch wenn es keine allgemeingültige Definition des Begriffes gibt, kommt es laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) dabei nicht nur auf die Anzahl der gehaltenen Tiere an. Die FAO definiert Massentierhaltung als ein System bei dem mehr als 10 Großvieheinheiten (z.B. 10 Rinder) auf einer Fläche von einem Hektar gehalten werden und weniger als 10% des Tierfutters (Trockenmasse) vom eigenen Betrieb stammt.

Zum Vergleich: in der biologischen Landwirtschaft sind zwei Großvieheinheiten pro Hektar erlaubt.

Problematisch ist die Massentierhaltung hinsichtlich unzähliger Gründe, vor allem aber aufgrund dessen, maximalen Profit durch immer weiter steigende Mengen an erzeugtem Fleisch, Milch und Eier vor das Wohl der Tiere und unserer Umwelt zu stellen.

Probleme der Massentierhaltung


Artgerechte Tierhaltung - Fehlanzeige

Bei der Massentierhaltung - die geschönt ausgedrückt oft auch als intensive Tierhaltung bezeichnet wird - kommen oft Praktiken zum Einsatz, die wenn wir mal ehrlich sind nicht vertretbar sind. Viel zu viele Tiere auf engstem Raum, keine Bewegungsfreiheit, kein Zugang zum Freien, kein Tageslicht und Praktiken wie Enthornung und das Kürzen von Schnäbeln und Ringelschwänzen.

Eine direkte Gegenüberstellung der erlaubten Praktiken in der Massentierhaltung und in der ökologischen Tierhaltung sowie einen Vergleich der Mindeststall und -freiflächen findest du hier.


Futtermittelproduktion

All die Nutztiere müssen auch ernährt werden. Doch nur ein kleiner Teil ca. 15-20% der Österreichischen Rinder darf auch auf Weiden grasen. Darüber hinaus fressen Österreichs Nutztiere jährlich bis zu 7 Mio. Tonnen Kraftfutter. Auch wenn Österreich das fünftgrößte Sojaanbauland der Europäischen Union ist, reichen die Mengen an Soja für die Massentierhaltung bei Weitem nicht aus. Problematisch ist in diesem Zusammenhang die Abhängigkeit der Massentierhaltung von Importware wie Gen-Soja für dessen Anbau zum Großteil Südamerikanischer Regenwald weichen muss. Dabei kann ein Tier aus einer Kalorie aus dem Futtermittel nicht eine Kalorie Fleisch, Milch oder Eier erzeugen. Je nach Futterart unterscheidet sich die benötige Menge an Futter, um 1kg Fleisch zu erzeugen. So wird für die Erzeugung von 1kg Rindfleisch beispielsweise 25kg Futter (bei Fütterung mit Gras benötigt), wodurch große Umwandlungsverluste entstehen. Gleichzeitig leiden 11% der Weltbevölkerung an Hunger. Dennoch werden 90% der Sojaproduktion und 30% der weltweiten Getreideernte an Tiere verfüttert und gehen somit als Anbauflächen für menschlicher Nahrungsmittel verloren.

Zum Vergleich: Im Gegensatz zur Massentierhaltung muss bei der ökologischen Tierhaltung min. 95% des Futters Bio-Qualität vorweisen. Gentechnisch verändertes Futtermittel ist in der ökologischen Tierhaltung nicht erlaubt.


Antibiotikaeinsatz

Die Konsequenz von zu vielen Tieren auf engstem Raum ist klar. Mit zunehmender Bestandsdichte nimmt auch das Risiko von Erkrankungen bzw. die Ansteckungsgefahr zu. In der Massentierhaltung kommt es deswegen oft zu massivem, auch prophylaktischem Einsatz von Antibiotika. Das Problem: durch den vermehrten Einsatz von Antibiotika steigt auch die Gefahr, dass Bakterien Resistenzen gegen die Medikamente entwickeln, und somit nicht mehr wirken. Denn oft als Futterbeigabe, selten auch tierärztlich verordnet wandert die Antibiotika vom Futter in das Fleisch, in die Gülle und in die Gewässer.

Zum Vergleich: Die EU-Bio-Verordnung zur ökologischen Tierhaltung regelt, dass die Tiere erst mit Antibiotika behandelt werden dürfen, wenn diese tatsächlich erkrankt sind und andere Maßnahmen ausgeschöpft wurden. Denn bevorzugt werden pflanzliche/homöopathische Arzneimittel. Eine prophylaktische Gabe von Antibiotika ist in der ökologischen Tierhaltung im Vergleich zur Massentierhaltung nicht zulässig.



Umweltfolgen der Massentierhaltung

Rund 12,5 Mio. Tonnen CO2 und damit mehr als für den Personenverkehr auf den Straßen gehen auf Kosten der Ernährung der ÖsterreicherInnen. Dabei sind mehr als die Hälfte der Umweltfolgen in Form von Emissionen, die die Österreichische Landwirtschaft verursacht auf die Nutztierhaltung v.a. die Massentierhaltung zurückzuführen. Die Abholzung von Regenwald und der Import von Fleisch aus anderen Ländern ist dabei noch nicht einmal mit einberechnet. Doch bei der Abholzung von Regenwald gehen nicht nur wertvolle Pflanzen- und Tierarten für immer verloren. Durch den zusätzlichen Einsatz von Pestiziden und Dünger für den Futtermittelanbau auf den zuvor gerodeten Flächen, den direkten Emissionen der Tiere und allen verbundenen Transporten entstehen auch enorme Mengen an Treibhausgasemissionen. Aber die Massentierhaltung belastet nicht nur unser Klima, sondern auch unsere Umwelt und Gewässer. Die Unmengen an Gülle, die von den Millionen von Tieren ausgeschieden werden, dienen durch ihren hohen Stickstoffgehalt zwar auch als Dünger, bereiten in diesem Ausmaß aber auch Probleme bei der ordnungsgemäßen Entsorgung. Die auf den Feldern ausgebrachte Gülle, macht eine aufwändige Reinigung des Wassers in den Kläranlagen unabdingbar. Jährlich werden auch bei knapp 10% aller Messstellen in Österreich Überschreitung von Nitratgrenzwerten im Trinkwasser festgestellt.

Rebel Meat Bio Burger-Patties

Aus all den oben genannten Gründen haben wir den Fleischanteil in unseren Rebel Meat Bio Burger-Patties auf 50% reduziert und mit 50% pflanzlichen Zutaten wie Kräuterseitlingen, Hirse und Gewürzen verfeinert. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Rindfleisch-Patty können so Frischwasser, landwirtschaftliche Nutzfläche und bis zu 40% CO2 eingespart werden. Bei der Auswahl unserer Zutaten achten wir auf höchste Qualität, verarbeiten dabei nur bestes Bio-Rohstoffe aus Österreich und unterstützen so die kleine und regionale Landwirtschaft. Hergestellt werden unsere tiefkühl Bio Burger-Patties bei Sonnberg Biofleisch in Oberösterreich. Mehr über unseren Partner Sonnberg Biofleisch erfährst du hier. Für unser junges Team ist klar, dass die industrielle Massentierhaltung keine Zukunft hat und wieder ein Bewusstsein für den Wert von Fleisch geschaffen werden muss. Gemeinsam mit euch wollen wir die Fleischindustrie und unseren Fleischkonsum auf eine genussvolle Art revolutionieren, ohne dass wir alle dabei von heute auf morgen zu VegetarierInnen werden und gänzlich auf Fleischgenuss verzichten müssen.


Weitere Tipps dazu, weniger Fleisch zu essen findest du hier.


Referenzen:

Global 2000: Fleischkonsum in Österreich; https://www.global2000.at/fleischkonsum-%C3%B6sterreich; 05.11.20


Heinrich Böll Stiftung (2019): Fleischatlas 2018 – Rezepte für eine bessere Tierhaltung; https://www.boell.de/de/2018/01/10/fleischatlas-2018-rezepte-fuer-eine-bessere-tierhaltung; 05.11.20


Fotoquellen:

phantienphat; https://pixabay.com/de/photos/schwein-flying-pig-am%C3%BCsant-3750943/; 05.11.20


Artem Beliaikin; https://www.pexels.com/photo/rooster-in-brown-wooden-coop-1459451/; 05.11.20

Über Rebel MEAT Rebel MEAT hat es sich zum Ziel gesetzt den weltweiten Fleischkonsum mit Hilfe von köstlichen fleischreduzierten Produkten, zu minimieren. Dabei werden nur regionale und biologische Zutaten verwendet und regional produziert. Mehr dazu: https://www.rebelmeat.com/

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